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Bioethanol

Bioethanol (Ethylalkohol) wird durch die Fermentation von Zuckern normalerweise mit Hilfe von Hefen produziert. Diese Zucker können aus verschiedenen Rohstoffen gewonnen werden wie Zuckerrüben, Rohrzucker, Mais, Getreide und organische Abfälle. Um schwerer fermentierbare Substrate wie organische Abfälle oder lignozellulosehaltige Substrate für die Bioethanol-Produktion verwenden zu können, ist es notwendig, komplexere Moleküle wie Pentose oder Cellulose aufzuschließen.

So genannte Super Bugs – hoch spezialisierte, genetisch veränderte Mikroorganismen – werden entwickelt, die durch ihre enzymatische Ausstattung in der Lage sind, auch diese Substrate zu Glucose bzw. Ethanol zu metabolisieren. Der Alkohol kann durch einfache Destillation aus dem Fermentationsmedium gewonnen und nach einem Dehydrierungsschritt als Bioethanol verwendet werden.

Während Pflanzenöl und Biodiesel für Dieselmotoren geeignet sind, kann Bioethanol Ottokraftstoffe, also Benzin und Superkraftstoffe, ersetzen. In Europa ist eine Bioethanolbeimischung zu normalem Kraftstoff von bis zu 5 % erlaubt. Vor allem in den USA und Brasilien werden große Mengen Bioethanol als Bio-Kraftstoff genutzt. Weltweit wurden z. B. im Jahr 2002 26 Mio. Tonnen Ethanol produziert, von denen 63 % als Kraftstoff verwendet wurden.

Ethyl-Tertiär-Butyl-Ether (ETBE) ist eine Verbindung aus biogenem Ethanol und aus Erdöl hergestelltem Isobuten. ETBE kann das fossile Antiklopfmittel Methyl-t-Butyl-Ether (MTBE) ersetzen und Ottokraftstoffen bis zu 15% beigemischt werden.

Flexible-Fuels-Vehicles (FFV) sind Fahrzeuge, die mit Kraftstoffmischungen mit einem Anteil von bis zu 85% Ethanol (E 85) betrieben werden können. Nur 1,4% des in Deuschland abgesetzten Ethanols (ca.8.500t) wurden in 2008 als Reinkraftstoff (E85) verbraucht.

Wichtige Daten

  • Kraftstoff-Äquivalent: 1l Ethanol ersetzt ca. 0,66l Ottokraftstoff
  • Marktpreis (E 85): ca. 0,85 – 1,00 EUR/l
  • CO2-Minderung: ca. 30 – 70% gegenüber Ottokraftstoff

Quellen

„Basisinfo nachwachsende Rohstoffe“,
www.nachwachsenderohstoffe.de

„Weiße Biotechnologie – Chancen für neue Produkte und umweltschonende Prozesse“, Druckschrift des Bundesministeriums für Bildung und Forschung,
www.bmbf.de